
...sind dieses Jahr die Wahlen in Hamburg. Auf insgesamt vier Stimmzetteln dürfen die Wähler ingesamt zwanzig Kreuze machen. Mit jeweils einem Zettel bestimmt man das Kräfteverhältnis der Parteien in Bezirksversammlung und Bürgerschaft, mit den anderen beiden Zetteln kann man sich direkt für einzelne Kandidaten entscheiden. Das neue Wahlrecht gibt es, weil sich die Hamburger in einem Volksbegehren für mehr Einflussnahme auf die Sitzverteilung ausgesprochen haben. Im Vergleich zu vergangen Wahlen kann der Wähler jetzt nicht nur eine Partei und einen Kandidaten seine Wahlkreises wählen, sondern auch bestimmen welche Kandidaten von der Landesliste er wählen möchte. Die Stimmzettel sind dadurch deutlich umfangreicher, aber auch interessanter geworden. Standen bislang vielleicht 30 Namen darauf, so sind es jetzt geschätzt einige Hundert (pro Partei maximal 60

). Durch die große Auswahl wurde ich in meinem Wahlverhalten etwas verunsichert. Bei den CDU-Listen fiel mir beispielsweise auf, dass keiner der Kanidaten in Wilhelmsburg wohnt. Interessant waren auch die Berufe der Kandidaten. Über alle Parteien gibt es relativ viele Beamte, Wissenschaftliche Mitarbeiter, Juristen und Lehrer. Arbeitssuchende habe ich gar nicht gefunden, nicht mal bei der Linken. Ganz Freche haben als Beruf "Abgeordnete der Hamburgischen Bürderschaft" oder "Senator a.D." angegeben. Sympathisch waren mir hingegen ein Gärtner, ein Taxiunternehmer und ein Fotograf. Außerdem habe ich für den Bezirk jemanden gewählt, der da wohnt, wo auch ich wohne. Ich bin gespannt auf die Ergebnisse und hoffe, dass noch andere Wähler von den neuen Freiheiten Gebrauch gemacht haben. Zu schön wäre es doch, wenn so manche parteiintern ausgehandelte Landeliste durch das Wahlergebnis neu gemischt würde