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Sonntag, 25. März 20125 Nächte in Athen
Schon bevor ich überhaupt losgefahren bin, war es etwas ganz besonderes nach Griechenland zu fahren. Nicht einmal als ich nach Israel gegangen bin wurde ich schon im Vorfeld mit derart vielen Vorurteilen konfrontiert. Egal wem ich von meinen Plänen erzählte, entweder ich durfte mir einen Spruch zum Thema schulden anhören oder fragen nach der Sicherheit beantworten. Dabei wollte ich doch schon länger mal nach Athen. 2004 hätte ich eigentlich als Volunteer an den olympischen Spielen teilnehmen wollen und sollen. Leider hat sich das Organisationskomitee dazu entschieden, mich erst drei Wochen vor Beginn der Spiele einzuladen und das war dann doch ein bißchen zu kurzfristig.
Bei meiner Ankunft herrschten sintflutartige Zustände am Flughafen. Mehrere Male schlug der Blitz in die Maschine ein und die Wolken waren so dunkel, dass man von der Stadt kaum etwas gesehen hat. Natürlich war meine Stimmung nicht sonderlich hoch. Ein ausgestorbener Flughafen und verlassene Ausfallstraßen entlang der S-Bahnstrecke haben mich doch ein bißchen zweifeln lassen, ob ich in Athen die erhoffte Frühlingsstimmung finden würde. Zum Glück hörte es als ich im Zentrum ankam auf zu regnen. Das Hostel machte einen netten Eindruck, meine Zimmergenossen auch. Mathew und Sarah sind Amerikaner, leben aber in Frankreich, wo sie als Sprachlehrer arbeiten bzw. studieren. Der erst Stadtrundgang endete dann aber doch in einem kleinen Desaster. Lonely Planet verbucht die Touristenfalle, in die ich tappte, als bar scam. Kurz zusammengefasst gibt es ältere, sehr vertrauenswürdige Herren, die unter einem Vorwand Touristen anlocken und diese in vollkommen überteuerte Lokalitäten führen. Details auf Anfrage Am zweiten Tag war das Wetter aber gleich viel freundlicher. Der erste Schreck war überwunden und die ersten Seiten im Stadtführer gelesen, so dass ich frohen Mutes war, nicht noch eine dieser Touristenfallen ausprobieren zu müssen. Trotzdem wollte ich touristisch starten: Wachablösung vor dem griechschen Parlament. ![]() Die netten Schulkinder, die schon vor den Parlamentswachen keine Respekt hatten, sollte ich wenig später wieder treffen. Vor dem Zappeion, einer Multifunktionshalle, übte die griechische Armee marschieren. Das sah zwar martialisch aus, war aber aus meiner Sicht wirklich reine Übung, weil der Platz dort so schön groß ist. Die Schulkinder fanden es toll und mir hat´s auch gefallen, sonst hätte ich ja Soldaten und Kinder nicht im Gleichschritt fotografieren können. ![]() Gegen Mittag hatte ich eine Verabredung, aber die Zeit bis dahin reichte noch aus, um den Filopappou Hill zu besteigen. Von dort oben hat man eine wunderbare Rundsicht über die ganze Stadt, auf die Akropolis bis hin zum Mittelmeer. Wie überall in der Stadt, gibt es auch dort entlang des Weges viele freilaufende Hunde. ![]() Zwar hat der nette Geselle einige Marken um den Hals, aber wie mir Einheimische erklärten ist dort nicht der Besitzer notiert, sondern Informationen über Impfungen und Kastration. Straßenhunde werden nämlich gezielt gefangen, kastriert und anschließend wieder ausgesetzt. Für mich eine sympathische Lösung, die Vermehrung zu beschränken und die Tiere trotzdem nicht zu töten wie z.B. in Japen. Oben angekommen wurde mir erst bewußt wie groß die Stadt ist. Zwar sind es nur knapp 600.000 Einwohner, die in der griechischen Hauptstadt leben, aber eingekesselt von mehreren Hügeln verteilt sich das Leben auf einen eher kleinen Kessel. Lange Straßenfluchten führen bis hin zum Meer. Ja, so hatte ich mir meinen Urlaub vorgestellt: Sonne, 18°, eine leichte Brise und ein wenig Ruhe. Gemütlich habe ich den ganzen Hügel erkundet und die Zeit für ein Selbstportrait genutzt. Von rund 30 Versuchen ist das noch der Beste: ![]() Anschließend ging es zur Bahnstation Thisio. Dort war ich mit Maja verabredet, um in einem Occupied Comunity Garden mitzuarbeiten. Maja ist ursprünglich Polin, kam aber als kleines Kind nach Athen und fühlt sich als Griechin. Das Gartenprojekt war noch in einem sehr frühen Stadium. Am Samstag zuvor hatten rund 10 engagierte Helfer ein kleines Stück Land von Steinen und Abfall befreit. Für heute war geplant, mehrere Bete zu umzäunen. Wie genau die Gruppe das machen wollte, hatte sich aber keine überlegt. Also sind wir erst einmal durch die Nachbarschaft gezogen, um Stöcke einzusammeln. Leider waren die meisten davon ungeeignet, aber mit viel Glück haben wir einen Stuhlmacher gefunden, der ein paar überzählige Stuhlbeime und Lehnen für uns halbierte. Daraus wurden dann erstklassige Zaunpfähle. ![]() Das Land gehört eigentlich der griechischen Behöre für Altertümer und ist dafür vorgesehen irgendwann archäologisch untersucht zu werden, aber für die kommenden Jahre gibt es keine konkreten Pläne und so wucherten die Pflanzen vor sich hin. Ein bißchen Müll von Passanten und Hinterlassenschaften von streunden Hunden und Katzen hatten eine absolute Schmuddelecke geschaffen. Die Bürgerinitiative hat die Fläche nicht nur aufgeräumt und gesäubert, sondern möchte das Land auch sinnvoll nutzen. ![]() Die kleine braune Kugel in der Mitte ist ein Mischung aus Samen und Lehm. Sobald es regnet saugt sich der Lehm voll und gibt die Feuchtigkeit an die Samen ab. Entschließen sich diese zu wachsen brechen sie die Lehmkugel auf und wurzeln in den Boden. So sind die Samen vor Vögeln, Tieren und Trockenheit geschützt und sind trotzdem nicht am Wachstum gehindert. Vor allem Gemüse und Salat soll in dem Garten einmal wachsen und für die Obdachlosen des Stadtteils Psyrri zur Verfügung stehen. Laut den Mitgliedern der Initiative hat die Zahl der Obdachlosen und Hungernden in Athen durch die Krise spürbar zugenommen. Um zwei Blasen und interessante Einsichten bereichert haben wir den Abend mit einem traditionellem Essen und echt griechischem Bier ausklingen lassen. Auf Empfehlung von Maja ging es dann am nächsten Tag ganz früh auf die griechische Insel Hydra. Leider fuhren nur Schnellboote zur Insel. Eigentlich nicht mein Ding, aber für eine Insel ohne Autoverkehr und mit wenig Touristen nimmt man das dann schon mal in Kauf. ![]() Wirklich idyllisch ist der Hafen. Große Hotels sucht man vergebens. Bei den kleinen Gassen wird es dann auch zur Selbstverständlichkeit, dass es keine Autos auf der Insel gibt. Auf meinem Programm stand das Kloster des Propheten Elias. Rund 600m über dem Meeresspiegel hat mir jeder Einheimische, den ich nach dem Weg fragte, kopfschüttelnd davon abgeraten, zum Kloster zu wandern. Es würde Stunden dauern und ich solle mir doch einen Esel mieten, wenn ich unbedingt zum Kloster wollte. ![]() Durch Enge Gassen bin ich immer weiter den Hang hoch. Manchmal auch im Kreis oder querfeldein über Felder, aber so ist dass wenn man sich von oben leiten lässt ![]() Hat aber ganz gut funktioniert, denn irgendwann habe ich den Einstieg zum Wanderweg gefunden. Interessanterweise war der Weg von da an gut ausgeschildert. Nur die Wege zum Einstieg waren nicht beschildert. Eine gute Stunde hat der Aufstieg gedauert, aber schon die Aussicht alleine war die Mühen wert: ![]() Das Kloster selbst war dann weniger spektakulär. Insgesamt drei Mönche leben noch dauerhaft im Prophet Elias Kloster. Sämtliche Lebensmittel bringen sie mit Maultieren den Berg hinauf. Für Touristen gibt es kostenlos kaltes Wasser. Ob das aber im Sommer auch so ist, wenn der Andrang vielleicht größer ist? Man weiß es nicht. Ich war am Tag meines Besuchs auf jeden Fall der Einzige, der sich zum Kloster verirrt hat. Daher war der Mönch besonders nett und wollte mir auch Olivenölseife kostenlos mitgeben. Aber gerade dann spende ich ja besonders gerne. ![]() Auch auf den Inseln gibt es wilde Katzen und Hunde. Mein Eindruck war, dass die Inselkatzen noch fauler sind als ihre Stadtkameraden. Aber süß sind sie alle. Viele Griechen streicheln die Katzen und bringen schon mal eine Kleinigkeit zu Essen vorbei. Berührungsängste gibt es da nicht. Weil ich aber nicht einschätzen konnte wer da welche Bazillen mit sich zumträgt, habe ich mich da zurückgehalten. ![]() Am nächsten Tag habe ich mir den Athener Fleischmarkt angeschaut. Märkte sind immer ein gute Gelegenheit Einheimische zu beobachten und kennenzulernen. Drei überdachte Straßen bilden den Markt, auf dem zahlreiche festinstallierte Geschäfte jegliche Art von Fleischt anbieten. Anders als in Deutschland werden hier sämtliche Körperteile verkauft. ![]() Mehr Details habe ich auf Flickr hochgeladen, aber das ist ja nicht jedermanns Sache. Ich allerdings habe mich schon gefragt, warum wir in Deutschland keine Köpfe, Hühnerbeine und Schweinefüsse kochen? Wo ist denn da der Unterschied? Aber was in deutschen Supermärkten verkauft wird sieht im besten Fall gar nicht mehr nach Tier aus. Möglichst uniforme Stücke ohne Knochen, bereits verschweißt und ohne, dass man Blut sehen kann. So verkauft sich Fleisch gut in der "Frischetheke". ![]() Anschließend stand dann endlich die Akropolis auf dem Programm. Ich war überrascht wieviel da noch stand nach 2500 Jahren. Schließlich hatten ja zahlreiche Völker das Vergnügen sich über das Wahrzeichen Athens herzumachen. ![]() Der Parthenon hat besonders unter den Engländern gelitten. In der Mitte wurde Schießpulver und Kanonenkugeln gelagert, die sich bei einem Feuer entzündeten. Schwups war ein Riesenloch in dem Tempel. Heute sind die Griechen fleißig bei der Arbeit, um den Ist-Zustand zu konserverieren. Die Skulpturen wurden in das neue Akropolis Museum gebracht und werden dort wieder aufbereitet. ![]() Neben einem Kran gibt es auch eine kleine Eisenbahn auf der Akropolis. Alles gut organisiert da oben. ![]() Der Ausblick von der Akropolis ist fantastisch. Trotzt leichter Bewölkung stellte sich bei mir schon Frühlingsgefühle ein. ![]() Natürlich ist die Akropolis weithin sichtbar. Ihr zu Füssen liegt Athens Altstadt, Monastiraki, wo auch mein Hostel lag. Ich kann Athen als Reiseziel nur empfehlen. Die Menschen sind freundlich und offen. Es ist überraschend wieviele Englisch sprechen und wie gut sie es sprechen. Ich hatte wirklich zu keiner Zeit Probleme, mich zu verständigen. Athen ist eine bunte Mischung aus antiker Geschichte und mediterranem Flair. Für Reisegruppen ebenso interessant wie für amerikanische Jugendliche auf einem esotherischen Selbstfindungstrip. Für jeden was dabei, würd ich sagen.
Samstag, 18. Februar 2012TGV Bahnhof Lüttich Wegen einem Bahnhof in einer andere Stadt? Würde ich normalerweise nie machen, aber als ich gesehen habe, das Santiago Calatrava den neuen Lütticher Bahnhof entworfen hat, wollte ich mir den unbedingt einmal ansehen. Aus meiner Zeit in Jerusalem ist mir immer noch die bridge of strings in Erinnerung geblieben. Ich hatte damals das Glück die Einweihungsfeier miterleben zu dürfen (fertig war die Brücke aber erst Monate später). Die Leichtigkeit mit der Calatrava sol bombastische Gebäude plant und baut finde ich immer wieder faszinierend. Der Lüttich Bahnhof ist ein echtes Schmuckstück und ähnlich wie beider Kölner Philharmonie ist er nicht nur von aussen beeindruckend, sondern Linienführung und architektonische Details werden im Inneren fortgesetzt. Was ich mich allerdings frage ist, wie seine Gebäude in 20-30 Jahren sehen werde? Sind Calatravas Linien zeitlos? Wir werden sehen. Mehr Bilder gibt es in der Flickr Galerie! Dienstag, 29. November 2011On Astritind, Senja, Norway Damit es hier nicht komplett langweilig wird, ein kleiner Eindruck meiner letzten Reise nach Norwegen. Das Bild bringt ganz gut rüber, was ich dort erleben durfte: eine wundervolle Landschaft mit tollen Herbstfarben, aber leider allzu vielen Wolken und einigen Regentropfen. Aber man kann ja auch nicht immer nur Glück haben.
Geschrieben von Philipp Hesse
in Deutsch, Fotos, Reisen, Skandinavien
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Dienstag, 15. Februar 2011Bunt und vielstimmig... ...sind dieses Jahr die Wahlen in Hamburg. Auf insgesamt vier Stimmzetteln dürfen die Wähler ingesamt zwanzig Kreuze machen. Mit jeweils einem Zettel bestimmt man das Kräfteverhältnis der Parteien in Bezirksversammlung und Bürgerschaft, mit den anderen beiden Zetteln kann man sich direkt für einzelne Kandidaten entscheiden. Das neue Wahlrecht gibt es, weil sich die Hamburger in einem Volksbegehren für mehr Einflussnahme auf die Sitzverteilung ausgesprochen haben. Im Vergleich zu vergangen Wahlen kann der Wähler jetzt nicht nur eine Partei und einen Kandidaten seine Wahlkreises wählen, sondern auch bestimmen welche Kandidaten von der Landesliste er wählen möchte. Die Stimmzettel sind dadurch deutlich umfangreicher, aber auch interessanter geworden. Standen bislang vielleicht 30 Namen darauf, so sind es jetzt geschätzt einige Hundert (pro Partei maximal 60 Sonntag, 13. Februar 2011Neue Homepage ist in ArbeitVor einigen Tagen habe ich das Layout dieses Blogs geändert. Flash, Hintergrundbilder und Farbverläufe gehören seit dem der Vergangenheit an. Ziel ist es, die Inhalte in den Vordergrund zu rücken und gleichzeitig auch den zeitlichen Aufwand auf die Erstellung von Posts zu konzentrieren. Je mehr Design und Verzierungen eine Website hat, desto anfälliger ist sie in meinen Augen für den Zeitgeist. Da ich nicht jedes halbe Jahr andere Reflektion und Farbkombinationen einarbeiten möchte, jetzt der Fokus auf das Wesentliche. In den kommenden Tagen werde ich auch meine Homepage www.philipphesse.de diesem Gedanken nach neu gestalten. Hier schon mal ein kleiner Vorgeschmack. Samstag, 12. Februar 2011O Canada! Our home and native land!Congratulations Canada. After 13 years and 105 races, the Canadian Alex Gough is the first non-German to win a luge world cup! I was always wondering if and when this would happen and I am really happy that it is a Canadian, that ends this appaling historic record of German luge women. It was always a mystery to me how this was possible anyway
Freitag, 11. Februar 2011Walter Kohl im Interview - Schade ZDF!Die Erfindung des letzten Jahres sind für mich die Mediatheken, sowohl der ARD als auch des ZDF. So hat man immer eine große Auswahl anspruchsvoller und qualitativ hochwertiger Reportagen und Sendung zur Verfügung, wenn man mal Lust auf Zerstreuung hat. Leider klappt das qualitativ hochwertig nicht immer. Kleinere Fehler können ja jedem mal passieren, aber solch große wie beim Interview des Kohl-Sohns Walter sind eher selten und schon peinlich. Eigentlich ist das nicht sendefähig: Montag, 7. Februar 2011Fleischer-Fachgeschäft Hamburg Wilhelmsburg Wilhelmsburg ist ein Stadtteil im Wandel. Noch sind die meisten Straßenzüge aber geprägt von Tristesse. Graue Fassaden werden durchbrochen vom bunten Blinken und Leuchten meist ausländischer Handyshops und Internetcafes. Nur vereinzelt findet man alt-wilhelmsburger Einzelhändler wie das Fischgeschäft Fährstraße oder die Tierhandelung in der Veringstraße. Das Fleischerei-Fachgeschäft liegt auch an der Veringstraße, am südlichen Ende gegenüber St. Bonifatius. Ob das Geschäft noch öffnet, weiß ich nicht. Es sieht nicht danach aus, aber vielleicht ist der Laden ja auch im Wandel.
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